Klimaanpassung braucht Geld – EIB verstärkt ihren Einsatz

Die Europäische Investitionsbank-Gruppe EIB will bis 2030 doppelt so viele Mittel für Maßnahmen zur Klimaanpassung zur Verfügung stellen wie in den letzten fünf Jahren. Insgesamt 30 Mrd. € sollen Europa helfen, sich besser gegen Hitzewellen, Dürren, Waldbrände und Überschwemmungen zu wappnen. Weitere 11,8 Mrd. € sollen für neue Projekte in Europa und weltweit eingesetzt werden.
Der Betrag von 30 Mrd. € wird eingesetzt im Rahmen des Anpassungsplans Phase 2 (2026 – 2030). Dieser ist wiederum Teil des Klimabank-Fahrplans Phase 2 der EIB Gruppe. Die Verwaltungsräte der EIB und des Europäischen Investitionsfonds (EIF) haben diesen Plan am 19. Oktober in Luxemburg gebilligt. Darüber hinaus genehmigte diese Versammlung weitere Mittel in Höhe von 11,8 Mrd. €, darunter 5,5 Mrd. € für Europa.
Nadia Calviño, Präsidentin der EIB-Gruppe: „An Klimaanpassung führt kein Weg vorbei. Wer einen Euro in Vorbeugung und Klimaanpassung investiert, spart zehn Euro für Wiederaufbau und Reparaturen.“
Was beinhaltet der Anpassungsplan Phase 2?
Der Plan kombiniert Finanzierungen, Garantien und Beratung, um Investitionen in klimaresiliente Infrastruktur, Städte und Landwirtschaft innerhalb und außerhalb der Europäischen Union zu beschleunigen.
Der Plan soll Anpassungsfinanzierungen beschleunigen, indem er die Identifizierung und Finanzierung geeigneter Investitionen erleichtert, vor allem für kleinere Unternehmen. Über das Finanzierungsprogramm TechEU unterstützt die EIB-Gruppe europäische Firmen dabei, fortschrittliche Kühlsysteme, resiliente Energielösungen und wassersparende Technologien auf den Markt zu bringen. TechEU ist eine Plattform, die institutionelle Investoren, Equity-Fondsmanager, Finanzierungsintermediäre und Unternehmen mit Kapitalbedarf zusammenbringt.
Mit der Finanzierung im Rahmen des Anpassungsplans Phase 2 sollen die Wasserversorgung, die Lebensmittelversorgung und gesunde Ökosysteme gesichert werden. Im Einzelnen werden Projekte oder Unternehmen mit folgenden Schwerpunkten adressiert:
- wassersparende Bewässerung, Speicherung und Wiederverwendung,
- klimaresiliente Anbaumethoden,
- naturbasierte Lösungen wie die Wiederherstellung von Wäldern, Feucht- und Überschwemmungsgebieten sowie
- Infrastruktur, die Dürren und Überschwemmungen standhält.
Geeignete Investitionen identifizieren mit ClimateSET
Noch in diesem Jahr soll das frei zugängliche Tool ClimateSET an den Start gehen. Es wurde zusammen mit dem Copernicus-Dienst zur Überwachung des Klimawandels entwickelt und soll in das Programm Green Checker integriert werden. Green Checker hilft Unternehmen, öffentlichen Stellen und Finanzintermediären dabei, ihre Investitionsprojekte nach den Kriterien für grüne Finanzierungen zu überprüfen.
Finanzierungen außerhalb Europas
Der Anpassungsplan hat nicht nur Europa, sondern auch durch den Klimawandel besonders gefährdete Regionen weltweit im Visier, darunter insbesondere wenig entwickelte Länder und kleine Inselentwicklungsländer.
Gemeinsam mit der Europäischen Kommission will die EIB Gruppe helfen, finanzierbare Projekte zu entwickeln. Im Fokus stehen Wassermanagement, Küstenschutz, Frühwarnsysteme, resilienter Verkehr und Katastrophenrisikomanagement.
11,8 Mrd. € für weitere neue Projekte
Neben dem Anpassungsplan Phase 2 genehmigten die Verwaltungsräte von EIB und EIF neue Finanzierungen von 11,8 Milliarden Euro für verschiedene Projekte. Davon dienen 5,5 Milliarden der Stärkung der europäischen Energieautonomie. Die Mittel fließen in Energieinfrastruktur in Frankreich, Deutschland, Ungarn und Italien, in erneuerbare Energien in Österreich, den Niederlanden und Rumänien sowie in Energieeffizienz in Spanien und Schweden.
Weitere Investitionen sollen in Europas Life- Science-Sektor gehen. Sie unterstützen Innovationen, Scale-ups und resiliente Lieferketten.
Mit neu genehmigten Finanzierungen sollen Unternehmen bei Innovation, Digitalisierung und sauberer Energie wettbewerbsfähiger gemacht werden. Hinzu kommen acht Investments unter TechEU, auch für Cleantech.
Außerhalb der EU fördert die EIB-Gruppe klimaresiliente Wasserinfrastruktur in Argentinien sowie den Zugang zu sauberem Trinkwasser und eine bessere Sanitärversorgung in Ghana.
Beitragsbild von moerschy / Pixabay








