EU-Projekt UNICO₂RN: Proteine und Biokunststoffe aus biogenem CO₂

Seit Juni 2025 läuft das EU-Projekt UNICO2RN, in dem Forschende aus sieben Ländern die CO2-Abtrennung aus biologischen Quellen mit der Biokonversion zu Proteinen und Kunststoffen verbinden wollen.
UNICO2RN läuft über insgesamt vier Jahre und hat ein Budget von rund 7,5 Mio.€. Es adressiert CO2-Emissionen, die im Rahmen der Behandlung von Biomasse und organischen Abfällen unvermeidbar sind, weil sie als Nebenprodukt in den jeweiligen Prozessen entstehen. Typische Beispiele dafür sind der CO2-Anteil in Biogas als Produkt der Vergärung von Biomasse oder organischen Abfällen sowie die Entstehung von CO2 bei der Kompostierung von Pflanzenmaterial.
CO2-Separation mit Hilfe von MOFs
Die Herausforderung bei der CO2-Gewinnung aus Punktquellen der Verarbeitung von biogenen Materialien liegt darin, das Gas in ausreichender Reinheit aus Gasgemischen unterschiedlicher Bioprozesse zu gewinnen. Dafür wird eine Druckwechseladsorptionsanlage mit MOFs (metal organic frameworks) als Adsorbenzien gebaut. Die Anlage muss die Anforderungen für eine nachfolgende Biokonversion des gewonnenen Kohlendioxids erfüllen und leicht in die Prozessumgebung der zwei geplanten, verschiedenen Demonstrations-Standorte integrierbar sein.
Weiterverarbeitung durch aerobe Fermentation
Das gewonnene CO2 wird in einen Fermenter geleitet, in dem es in Gegenwart von wasserstoffoxidierenden Mikroorganismen zu Wertprodukten umgewandelt wird. Dieses sollen mikrobiell erzeugte Proteine, die in der Lebens- und Futtermittelindustrie einsetzbar sind, und Polyhydroxyalkanoate (PHA) sein. Letztere werden zur Herstellung biobasierter Kunststoffe verwendet.
Die vollständige Prozesskette aus CO2-Abtrennung und Biokonversion soll an den zwei Standorten im Demonstrationsmaßstab realisiert werden. Die Konversionsprodukte werden ausführlichen Tests unterzogen, um festzustellen, ob sie allen regulatorischen Vorgaben und den Ansprüchen des Marktes genügen.
Das Projektkonsortium
Insgesamt 10 Partnerorganisationen arbeiten gemeinsam an diesem Projekt. Die Koordination unterliegt dem flämischen Forschungsinstitut VITO. Weitere am Projekt beteiligte Organisationen sind Aerbio (Dänemark), CO2BioClean (Deutschland), Idener (Spanien), Lesaffre (Frankreich), Nizo Food Research (Niederlande), das Nova-Institut (Deutschland), Nuada Carbon Capture (Vereinigtes Königreich), Sabiomaterials (Italien) und Veolia (Belgien).
Beitragsbild: Jan Nijman / Pixabay



